
Novi Sad und Sremski Karlovci
Impressionen einer Reise nach Serbien im Jahre 2007
Ein Reisebericht von Norbert Schleier
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Schon seit längerem habe ich private Kontakte nach Novi Sad, der Hauptstadt der autonomen Republik Vojvodina. Daher wohnte ich eine Woche Ende August 2007 bei Bekannten und unternahm von meinem Standortquartier Exkursionen, auch mit Hilfe eines örtlichen Reisebüros.
1. Novi Sad
Bereits die Römer errichteten auf dem Peterwardeiner Felsen eine Festung, die später von den Ungarn erneuert und von den Türken instandgesetzt wurde. Nachdem die Türken Ende des 17. Jahrhunderts vertrieben wurden, errichteten die Österreicher auf dem linken Donauufer gegenüber der Festung einen Brückenkopf, um den herum eine Siedlung mit Soldaten, Handwerkern und Händlern heranwuchs, die anfangs Raitzenstadt (serbisches Dorf) und später Peterwardeiner Schanz genannt wurde. Als die Siedlung größer wurde, gelang es den nach Freiheit strebenden Bürgern der Stadt, gegen Zahlung eines Betrags von 80.000,- Forint von Kaiserin Maria Theresia am 1. Februar 1748 den Status einer Freien Königlichen Stadt unter dem Namen Neoplanta, Neusatz, Ujvidék bzw. Novi Sad zu erhalten.
Wahrzeichen der Stadt ist der Uhrturm, der sich weithin sichtbar über die Peterwardeiner Festung erhebt. Die Festung wird auch „Gibraltar der Donau“ genannt, wurde in ihrer heutigen Form zwischen 1692 bis 1780 errichtet und erstreckt sich auf einer Fläche von 112 ha. Heute sind in den Räumlichkeiten der Festung zahlreiche Ateliers, Galerien und Clubs sowie das Museum der Stadt Novi Sad untergebracht. Ebenso befindet sich ein renommiertes Hotel dort. Hier findet seit 2001 alljährlich im Juli das EXIT-Festival statt, das größte Musikevent Südosteuropas!
2. Sremski Karlovci (Syrmisch-Karlowitz)>
Diese hübsche Barockstadt wird auch das „serbische Heidelberg“ genannt. Sie ist zwar mit nur 10000 Einwohnern recht klein, dafür historisch umso bedeutender. Die Stadt wurde 1521 von den Türken für 160 Jahre erobert. 1699 wurde hier der Friedensvertrag von Karlowitz zwischen Russland, Österreich, Polen und der Türkei unterzeichnet. Regelmäßig treffen sich die Botschafter dieser Länder hier, um an dieses bedeutende Datum zu erinnern, letztmalig am 26.01.2007. Nach der Großen Wanderung von 1690 wurde Sremski Karlovci das religiöse Zentrum der serbischen Orthodoxie. Viele Dichter und Künstler ließen sich im 19. Jahrhundert hier nieder. Noch heute hat der serbische Patriarch hier eine Residenz. 1848 tagte hier eine illegale serbische Nationalversammlung, die eine kurzfristige geistige und weltliche Stärkung der serbischen Interessen erreichen konnte. Doch schon 1849 begann wieder eine verstärkte Magyarisierung, die nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich 1869 noch ausgeweitet wurde. Übel war die Ustaša-Besatzung während des Zweiten Weltkriegs.
Unbedingt probieren sollte man hier den berühmten Bermet-Wein!




